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Erreichbarkeit stärkt Werthaltigkeit

16.02.2018    

Den Standort St.Gallen stärken - Die Erreichbarkeit ist das A und O für die Werthaltigkeit einer Immobilie. In den kommenden Wochen, Monaten und Jahren werden in der Verkehrspolitik wichtige Weichenstellungen getroffen, welche die Erreichbarkeit unseres Kantons und unserer Gemeinden und Städte massgeblich beeinflussen. Der HEV setzt sich an verschiedenen Fronten dafür ein, dass der Verkehr auch in Zukunft flüssig bleibt und zukunftsgerichtete Rezepte ohne ideologische Scheuklappen bei der Verkehrsplanung Anwendung finden.

Der Bundesrat hat ein wichtiges Signal für die Ostschweiz ausgesandt: 180 Millionen Franken sollen für die vom Kanton St.Gallen vor Jahresfrist eingereichten vier Agglomerationsprogramme freigegeben werden. Insgesamt sollen im erwähnten Zeitraum 108 Millionen Franken des Bundes ins Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee fliessen. 28 Millionen Franken sind für die Region Obersee vorgesehen, 27 Millionen Franken für die Agglomeration von Wil und 6 Millionen für Werdenberg-Fürstentum Lichtenstein. Mit den Geldern sollen wichtige Verkehrsinfrastrukturen für Strasse, Fussgänger- und Veloverkehr realisiert werden. Nun gilt es die Umsetzungsprojekte zügig anzugehen, Details zu planen und Kostenteiler zu präzisieren. Und bis die Vorhaben realisiert werden, wird es noch zahlreiche politische Entscheide brauchen, denn Widerstände aus verkehrsfeindlichen Kreisen sind programmiert.

Wo viel Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten. Zum einen wurde die Ostschweiz bei der Vorlage zum Bahnausbauschritt 2030/35 sträflich vernachlässigt – die Ostschweiz muss hier gezieltere Lobbyarbeit leisten und auch auf der Schiene für gute Verbindungen kämpfen. Dennoch stellt sich die St.Galler Regierung mit der von ihr selbst erlassenen Gesamtverkehrsstrategie gleich selber ein Bein. Mit kaum einem Wort werden dort die wichtigen Ausbauvorhaben für den wertschöpfenden Verkehr erwähnt, weder auf der Strasse, noch auf der Schiene in Richtung West, Ost und Nord. Mit alten ideologischen Denkmustern lassen sich zukunftsgerichtete Lösungen nicht erreichen.

Zwischen 1999 und 2014 haben die Staustunden wegen Verkehrsüberlastung von 3000 auf 18 000 pro Jahr zugenommen. Für die Zeit von 2009 bis 2011 betrug die Zunahme gar 100%. Die Güterverkehrsleistung wird sowohl auf der Schiene als auch auf der Strasse wachsen. Die Strasse generell und das Nationalstrassennetz im Besonderen spielen eine Schlüsselrolle im Bereich der Mobilität – sowohl im Personen- wie auch im Güterverkehr. Leistungsfähige Infrastrukturen für Schiene und Strasse werden auch künftig unentbehrlich sein – auch und gerade in Zeiten der wachsenden E-Mobilität. Die Bedeutung einer guten Erreichbarkeit als Wirtschafts- und Standortfaktor für Private und für Unternehmungen kann deshalb nicht oft genug betont werden.

Eine gute Erreichbarkeit ist für das Haus- und Grundeigentum direkt wertbeeinflussend. Die politische Arbeit in allen Regionen des Kantons wird für den HEV zur Daueraufgabe, denn der Verteilkampf wird zunehmen. Das Mobilitätsbedürfnis bleibt und die Mobilität wird sich künftig stark verändern. Intelligente Gesamtlösungen unter Berücksichtigung aller Verkehrsträger sind nötig. Innovation darf nicht von Ideologien dominiert werden, denn auch Elektroautos parkieren nicht in der Steckdose.