• Einbrechern das Handwerk legen

Einbrechern das Handwerk legen

19.09.2017     Renate Ammann

Wie kann ich mein Heim gegen Einbrecher schützen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Jahresanlasses des Hauseigentümerverbandes Linthgebiet und wurde auf dem Polizeistützpunkt Schmerikon von kompetenter Seite beantwortet.

«Einbrüche sind ein leidiges Thema und jeder hofft, dass es ihn niemals trifft», bemerkt Bruno Metzger, leitender Sicherheitsberater der Kantonspolizei St. Gallen, gegenüber den Mitgliedern des HEV Linthgebiet. Und gleich zu Beginn seiner Ausführungen räumt er mit dem Vorurteil auf, dass in erster Linie Einfamilienhäuser von Einbrechern heimgesucht werden. «Obwohl die Anzahl der Einbrüche seit ein paar Jahren rückläufig ist, es wird wesentlich mehr in Mehrfamilienhäuser eingebrochen und dies häufig zwischen acht Uhr morgens bis zum Eindunkeln, ein Zeitraum, in dem die meisten Menschen ihrer Arbeit nachgehen oder beim Einkaufen sind.»

Keine persönliche Gewalt anwenden
Bevor sich Bruno Metzger zu den präventiven Massnahmen äussert, hält er fest, dass im Fall eines Einbruchs für die Polizei Leben schützen immer Vorrang vor dem Erhalt der Sachwerte hat. Metzger bittet eindringlich darum, bei der persönlichen Begegnung mit einem Einbrecher weder körperliche Tätlichkeit noch Waffengewalt anzuwenden. Beides könnte verheerende Folgen haben, für den Täter, aber auch für den Wohnungsbesitzer, wenn er dem Täter körperlichen Schaden zufügt. Weitaus mehr Bedeutung legt der Sicherheitsberater auf die einbruchshemmende Ausstattung von Türen und Fenstern. Türen sollten nach seiner Meinung nicht nur normal geschlossen werden. Durch eine Mehrpunkteverriegelung gelingt es einem Einbrecher nicht, mit einem einfachen Werkzeug, zum Beispiel einem Schraubenzieher, eine solche Türe zu öffnen. Ein bisschen aufwändiger, aber auch effektiver, ist die Aufdopplung einer Eingangstüre. Zudem sollten sämtliche Schliessleisten massiv verschraubt und verankert sein.

Einbrecher nutzen Schwachstellen
Eine ähnliche Ausgangslage wie bei den Türen zeigt Bruno Metzger bei den Fenstern auf. «Einbrecher nutzen Schwachstellen, dessen muss man sich bewusst sein.» Mit speziellen Verriegelungen können auch ältere Fenster nachgerüstet werden und abschliessbare Fenstergriffe verhindern ein Öffnen von innen. Roll- und Faltläden sind laut Aussage von Metzger nicht einbruchsicher und Fenstergitter müssen im Mauerwerk verankert und mit Spezialschrauben befestigt werden. Zusätzliche Querverstrebungen verhindern ein Auseinanderbiegen der Stäbe. Gleiches gilt für Lichtschachtgitter. «Als weitere Massnahme kann in einem Haus oder in einer Wohnung eine Alarmanlage eingebaut werden», so Metzger. Er empfiehlt, eine solche in der Alarmzentrale aufzuschalten.

Polizei hilft bei der Beratung
Auch wenn, wie bereits erwähnt, die meisten Einbrüche tagsüber stattfinden, spielt die Beleuchtung dennoch eine sehr grosse Rolle. Mit Zeitschaltuhren lassen sich in der Dunkelheit Räume zu unterschiedlichen Zeiten beleuchten und das wirkt in gleichem Mass abschreckend wie rund um ein Haus installierte Bewegungsmelder. «Ein Hund mag ein guter Haus- und Wohnungswächter sein», dessen ist sich auch Metzger bewusst, «Einbrecher werden aber genau die Zeitspanne nutzen, wenn Frauchen mit ihm Gassi geht.» Abschliessend erteilt er den Ratschlag, beim Einbau von einbruchsicheren Hilfsmittel gute Produkte zu wählen, auf der anderen Seite aber auch die Beratung der Polizei in Anspruch nehmen.
Im Anschluss an die Ausführungen von Bruno Metzger gewährte Allesandro Pizzu einen Einblick in den umfangreichen Wagenpark des Stützpunktes samt den speziellen Ausstattungen und eine Besichtigung der beiden «Suiten», die in der Regel nur für kurze Zeit von Übeltätern jeglicher Art benutzt werden. In der Einsatzzentrale machte Marco Jung seine Besucher mit der modernsten Gerätschaft vertraut, mit der die Polizei heutzutage arbeitet und bot als Zückerchen die Videoaufnahme einer krimimässigen Verfolgungsjagd zwischen dem Seedorf und Jona.